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> Apistogramma eremnopyge
marc.g
Geschrieben am: 3 March 2007, 08:13
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Mitgliedsnummer.: 49
Mitglied seit: 16 May 2006



Apistogramma eremnopyge
Apistogramma sp. „Fresa“, Apistogramma sp. "Barbarossa" Apistogramma sp. "Rotbart"


Etymologie
eremnopyge: griechisch für eremnos = dunkel/schwarz und pyge = Gesäß, Pobacken
Der Name bezieht sich auf den großen Schwanzwurzelfleck


Größe
Männchen 8cm, Weibchen ca. 5cm


Verbreitung und Fundort
Laut Cichliden Atlas 2 ist Apistogramma eremnopyge im nordöstlichen Peru im Einzugsgebiet des Rio Itaya und Rio Tapiche beheimatet. Wahrscheinlicher ist aber der Rio Pintuyacu, ein rechtsseitiger Nebenfluss des Rio Itaya in der Provinz Loreto.


Einleitung
Apistogramma eremnopyge ist ein in Deutschland noch nicht weit verbreiteter Zwergcichlide. Er ist ein leicht zu haltender, mittel aggressiver Zwergcichlide der bei richtiger Haltung ein interessanter und schöner Fisch ist.

(IMG:http://i9.photobucket.com/albums/a92/amerongen24/eremnopyge/IMG_5003bewJPG.jpg)

Haltung
Apistogramma eremnopyge bewohnt bei mir ein 126 Liter Becken. Es sind 4 Individuen, ein Männchen, ein Weibchen und zwei Nachkömmlinge bei denen ich das Geschlecht noch nicht genau bestimmen konnte. Außerdem leben 10 Glühlichtsalmler (Hemigrammus erythrozonus) und drei L134 in dem Becken. Die Wasserwerte sind zurzeit KH 2, GH 3, pH 6, NO2 0 und NO3 0. Die Temperatur liegt bei mir bei 27° Celsius.

Das Becken ist mit Moorkienwurzeln und roten Moorwurzeln dekoriert. Als Bodengrund habe ich Sand verwendet da die Zwergbuntbarsche den Sand gerne nach Futter durchkauen. Bepflanzt ist das Aquarium mit Vallisneria, Echinodorus bleheri und Cryptocoryne parva. Zum verstecken und zum Brüten befinden sich fünf Höhlen im Aquarium, darunter auch zwei Welshöhlen.


Geschlechtsunterschiede
Erwachsene Männchen besitzen eine Rückenflosse ähnlich die der Apistogramma cacatuoides. Hier sind die ersten Flossenstrahlen der Rückenflossen deutlich länger als die restlichen Flossenstrahlen. Auf den Wangen und Kiemendeckeln tragen die Männchen ein rotes Muster, was ihnen den Namen Apistogramma sp. "Rotbart" einbrachte. Die Schwanzflosse hat verlängerte Spitzen und die Afterflosse ist meistens auch zugespitzt und verlängert. Sie reicht oft über die Schwanzflosse hinaus.
Die Weibchen sind kleiner als die Männchen. Sie besitzen einen gelben Grundton, der aber auch ins orange gehen kann. Die Rückenflossen sind nicht so ausgeprägt wie beim Männchen, die Schwanzflossen sind abgerundet. Die Afterflosse ist abgerundet und kürzer. Beide Geschlechter gemeinsam haben den schwarzen, unregelmäßigen Fleck an der Schwanzflossenwurzel.

(IMG:http://i9.photobucket.com/albums/a92/amerongen24/eremnopyge/bew.jpg)

Sozialverhalten
Apistogramma eremnopyge sind Revierbildend. Das Männchen bezieht dabei ein großes Revier in dem sich mehrere Reviere von Weibchen befinden. Die Weibchen verteidigen ihre Reviere gegen andere Weibchen und während der Brut auch gegen andere Fische. Untereinander sind die Fische recht aggressiv was aber, zumindest bei mir, an der sehr unterschiedlichen Körpergröße der Zwergcichliden liegen kann.


Zucht
Bisher ist mir die Zucht erst einmal gelungen und das auch nur durch Zufall. Aus einem Jungfischschwarm von anfangs 10 bis 20 Tieren haben sich nur zwei weiter entwickelt, jedoch ohne Eingreifen meinerseits. Nun warte ich geduldig auf ein neues Gelege um zu versuchen durch mein Zutun mehr Fische groß zu ziehen. Ich bin gespannt.

Olaf Hermann hält ein Paar Apistogramma eremnopyge in einem 80 Liter Becken. Als "Feindfische" bewohnen zwei Guppy-Männchen das Becken. Nachdem das Weibchen mehrmals die Höhlen gewechselt hat, kam es dann zur Eiablage in einer halben Kokosnuss. Während der Brutzeit verstärkte sich die Schwarzfärbung der Bauchflossen erheblich und der Schwarzanteil nahm sogar noch deutlich zu. Ebenfalls wurde die Orange-Färbung des Körpers, insbesondere im Kopfbereich intensiver.

Die Wasserwerte im Becken waren eine Temperatur von 26 Grad, ein Leitwert von 240 µS/cm und ein Ph-Wert von 6,5. Die Härte entspricht in etwa der des Bremer Leitungswassers, wie es bei Olaf aus dem Hahn kommt. Das Wasser wurde nicht mit Osmose-Wasser gemischt oder mit Torfzusätzen oder ähnlichem behandelt.

Nach etwa 10 Tagen kam die Mutter mit den Jungen aus der Höhle, dafür, dass es der erste Wurf war, war dieser mit ca. 50 Jungen recht groß. Die Jungen fraßen vom ersten Tag an Artemia-Nauplien, dafür wurden entkapselte Artemien und gefriergetrocknetes Cyclops-Eeze nicht angenommen. Alternativ wurden auch Mikrowürmchen gefressen; als die Jungen ca. 1 cm groß waren, wurde die Fütterung auf Frostfutter Cyclops umgestellt.

Während der ganzen Brutpflegezeit beteiligte sich das Männchen so gut wie überhaupt nicht an der Brutpflege. Er wurde zwar in der Nähe der Jungen geduldet, übernahm aber selbst den Guppies gegenüber keinerlei Revierverteidigungsaufgaben.

Etwa 6 Wochen nach der ersten Brut kam es erneut zur Eiablage und zum Freischwimmen der nächsten Brut, die allerdings erheblich kleiner war. Von da an wurden die Jungen der ersten Brut gnadenlos vom Weibchen vertrieben. Allerdings war wohl der Feinddruck durch die zahlreichen Jungen der ersten Generation zu groß, nach nur 5 Tagen war kein Jungfisch aus dem zweiten Wurf mehr zu sehen. Schlagartig änderte sich das Verhalten des Weibchens gegenüber ihrer ersten Brut wieder und diese konnten unbehelligt in ihrer Nähe schwimmen.

(IMG:http://i9.photobucket.com/albums/a92/amerongen24/eremnopyge/IMG_5234b.jpg)

Quellen
Mergus Cichliden Atlas 2
http://www.apistogramma.net/

Fotos
John von Amerongen

Bericht erstellt von Marc Große-Allermann
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